Nathan der Weise

Dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

 

Jerusalem – Heimat der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Hier lebt der jüdische Kaufmann Nathan. Vor Jahren wurden bei einem Pogrom seine Frau und seine Kinder getötet. Mittlerweile lebt er glücklich mit seiner Ziehtochter Recha und deren Erzieherin Daja. Als er von einer Reise zurückkehrt, erfährt er, dass Recha bei einem Brand nur durch das beherzte Eingreifen eines christlichen Tempelritters gerettet worden ist. Recha verliebt sich in ihren Retter und auch dieser muss zugeben, dass er für die junge Jüdin Gefühle entwickelt. Um das Paar herum entspinnt sich ein religiöses Drama: Nathan kann nicht vergessen, dass es Christen waren, die seine Familie getötet haben; der christliche Patriarch will den jungen Templer in seinen Intrigen gegen den muslimischen Herrscher Saladin benutzen, und Saladin selbst hat ein ganz eigenes Interesse an dem jungen Mann, denn er erinnert ihn an seinen vor langer Zeit verstorbenen Bruder. In einer Stadt wie Jerusalem kann kein Problem privat bleiben, die Religion und die Frage, welche nun die einzig wahre ist, stehen immer im Mittelpunkt.

 

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller der deutschen Aufklärung. In seinem Schaffen setzte er sich unermüdlich für Vernunft, Toleranz und Humanität ein. Auch im Privatleben war er nicht gewillt, sich kirchlicher oder staatlicher Macht zu beugen und wagte es – wohl als einziger in seiner Zeit – als freier Schriftsteller zu leben, ohne Protektion durch einen Fürsten. Durch sein vielseitiges schriftstellerisches Wirken wurde er zum Wegbereiter der deutschen Klassik und zum Erneuerer des Dramas in Deutschland, das bis dahin fast ausschließlich französischen Vorbildern folgte. Zu seinen bekanntesten Bühnenwerken zählen Miß Sara Sampson, Emilia Galotti und Minna von Barnhelm. Nathan der Weise wurde 1783 in Berlin uraufgeführt. Mit der Titelfigur schuf er die Idealgestalt eines aufgeklärten und vernunftgeleiteten Bürgers. Die berühmte Ringparabel gilt noch heute als Plädoyer für religiöse Toleranz.

 

VORSTELLUNGSDAUER: 2 Stunden 50 Minuten, inkl. einer Pause 

Premiere: 29.01.2019

mit Werkseinführung am 29.01.2019 um 18:45 Uhr

 

Regie Claus Tröger
Ausstattung Andreas Lungenschmid

Regie Claus Tröger
Ausstattung Andreas Lungenschmid