Herkules am Thermodon

Ercole sul Termodonte

Barockoper von Antonio Vivaldi

 

Ist denn ein Mann gefährlicher als ein Raubtier?

Von Antonio Vivaldis über 50 Opern sind nur rund die Hälfte erhalten. Lange galt auch seine Herkules-Oper Ercole als verschollen, bis vor einigen Jahren fast alle Arien und Duette in unterschiedlichen Archiven auftauchten und die Oper in weiten Teilen rekonstruiert werden konnte.


Die Handlung von Ercole knüpft frei an die neunte der legendären Heldentaten des Herkules an: Der Sohn des Zeus und der Alkmene steht vor der Aufgabe, in Begleitung zweier Edelmänner (Alceste und Telamon) das Reich der Amazonen aufzusuchen und der Anführerin Antiope ihren Zaubergürtel abzunehmen. Es kommt zur Schlacht am Ufer des Thermodon zwischen Athenern und Amazonen. In der griechischen Mythologie endet der Kampf für die Amazonenkönigin tödlich, die Oper aber verlangte nach einem glücklichen Ausgang, der hier durch die Göttin Diana und eine Doppelhochzeit garantiert wird: Antiopes Schwester, Hippolyte, wird mit Theseus, dem Fürsten von Athen vermählt, Martesia, die Tochter Antiopes heiratet Telamon, König von Ithaka.


Bei der erfolgreichen Uraufführung 1723 in Rom standen ausschließlich Männer auf der Bühne. Weil Frauen der Bühnenauftritt im Kirchenstaat grundsätzlich verboten war, wurden die Amazonen von Kastraten in Frauenkleidern verkörpert. Die Oper allgemein hatte in Rom keinen leichten Stand, doch kam Vivaldis sprühende venezianische Bühnenkunst einer Revolution gleich und setzte eine regelrechte römische Vivaldi-Mode in Gang. Sogar der Papst persönlich wünschte, dass Vivaldi ihm auf der Geige vorspiele. Die schillernde Barockoper Ercole , bei der Virtuosität und Expressivität Vivaldis zur vollen Entfaltung gelangen, erlebt am Landestheater Niederbayern jetzt ihre deutsche Erstaufführung!

In italienischer Sprache mit Übertiteln

 

Premiere:                   05.05.2020 mit Einführung um 18:45 Uhr

 

 

Musikalische Leitung Cornelia von Kerssenbrock
Regie Urs Häberli
Ausstattung N.N.

Musikalische Leitung Cornelia von Kerssenbrock
Regie Urs Häberli
Ausstattung N.N.