Der Herr Karl

 Für Große und Kleine ab 16 Jahren

 

In Österreich begegnet man dem Herrn Karl in vielen Personen. Der Herr Karl, jener von Helmut Qualtinger und Carl Merz kreierte, schmierige, opportunistische und elendig selbstmitleidige Mitläufer, sozusagen die Personifikation alles Widerlichen in der österreichischen Seele.

 

Nikolaus Habjan lässt seine Puppen von früheren Zeiten schwärmen, von früheren Zeiten klagen, es war ja alles besser, nein furchtbar, man musste es sich eben richten. Der Herr Karl ist moralisch flexibel: Er demonstrierte für fünf Schilling für die Partei, die gerade angesagt war, Opfer war er natürlich immer.

Die Vielschichtigkeit des verachtenswerten Charakters kommt durch die Aufteilung auf mehrere Figuren zum Ausdruck. Der Kaffeehausgast zählt die politischen Ereignisse herunter, an denen er selbst stets als aktiver Schaulustiger beteiligt war, der adrette Kellner referiert über Liebschaften, Jobs und Leben im Gemeindebau. Die Dame an der Bar hat sich stets bereichert, andere ausgenutzt.

 

Es ist ein amüsantes Spiel, dabei stets ermahnend und gefährlich authentisch. Es bringt zum Lachen, das Lustige hat dabei aber einen bitteren Beigeschmack: Denn der Herr Karl begegnet uns auch im Alltag, im Kaffeehaus, auf Facebook und manchmal in der eigenen Familie. Oder vielleicht gar in uns selbst?!

 

Puppenart:                  Klappmaulpuppen

Dauer:                        90 Minuten

Nikolaus Habjan, Wien

Begonnen hat alles 1991 im Salzburger Marionettentheater mit einer Aufführung der Zauberflöte. Seit damals brennt Nikolaus Habjan für das Puppentheater. Marionetten wurden gesammelt und gebaut, um mit ihnen Theater und Opern zu spielen. Im August des Jahres 2003, Teilnahme an einem Workshop mit Neville Tranter. Er entdeckte die Klappmaulpuppe für sich. Heute ist er der Shooting-Star in der Puppenspiel-Szene und vielen Straubingern bereits bestens bekannt durch das Stück „A.Zawrel".